henningnowak.de https://www.henningnowak.de/blog/ Thu, 16 Apr 2026 04:40:56 +0000 de-DE hourly 1 Diagnose Demenz - Hilfe für Angehörige https://www.henningnowak.de/blog/diagnose-demenz-hilfe-fuer-angehoerige https://www.henningnowak.de/blog/diagnose-demenz-hilfe-fuer-angehoerige#comments Sat, 16 Jan 2021 11:17:00 +0000 https://www.henningnowak.de/blog/diagnose-demenz-hilfe-fuer-angehoerige Weiterlesen

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Für Betroffene ist die Diagnose Demenz ein stark einschneidender Moment im Leben.

Das gesamte Ich scheint auf den Kopf gestellt. Werte und Glaubenssätze, die sich im Laufe vieler Jahre und durch vielfältige Erfahrungen geformt und gefestigt haben, verlieren scheinbar innerhalb kürzester Zeit an Sinn und Bedeutung. 

Auch Angehörige nehmen an der Erkrankung Demenz Anteil.

Allerdings trifft eine solche Diagnose nicht nur den Betroffenen selbst. Immer ist auch das gesamte Umfeld Form betroffen. Direkt oder indirekt, sofort oder später, mehr oder weniger. 

Insbesondere Angehörige (und ganz explizit die Lebenspartner) erleben die Veränderung des Betreffenden als Erste und unmittelbar. 

Sie nehmen wahr, dass etwas nicht stimmt. Sie versuchen, die Situation für sich einzuordnen, damit klar zu kommen. Sie proben angemessene Reaktionen darauf – und scheitern doch oft am eigenen Anspruch, mangelnder Aufklärung oder auch an dem über Jahrzehnte geschaffenen Wertesystem. 

In von Demenz betroffenen Familien stellen sich oft dieselben Fragen:

1. Wie gehe ich damit um, dass ich das Wesen meines Partners / Angehörigen nicht mehr erkenne, weil die Demenz einen scheinbar anderen Menschen aus ihm macht?

2. Wie übe ich Geduld und zeige Verständnis für die Vergesslichkeiten?

3. Und wie fühlt es sich an, wenn aus meiner liebenden auch eine pflegende Beziehung wird?

4. Was wird aus mir - darf ich mich noch um mich selbst kümmern? Wie mache ich das?

Perspektivwechsel nötig

Angehörige stehen oft unter dauerhafter Anspannung und haben selten Möglichkeiten zum Stressabbau. Möglicherweise fehlt ein verständnisvoller, kompetenter Ansprechpartner, der neutrale Unterstützung bieten kann, um zum Beispiel mit dem schlechten Gewissen besser umzugehen.

Einen Perspektivwechsel herbeizuführen, die eigene Selbstachtung wieder zu erlangen sowie sein eigenes Wohlbefinden und die psychische Stabilität zu erhalten oder wiederherzustellen, darum geht es in der Angehörigenarbeit. 

Damit diese ihr inneres Gleichgewicht und neue mentale Kraft für ihre so wichtige Arbeit aktivieren können.

Die belastende Spirale, in der sich viele pflegende Angehörige befinden, wird oft unterschätzt und selten von ihnen selbst wahrgenommen. 

Aus diesem Grund unterliegen pflegende Angehörige einem erhöhten gesundheitlichen Risiko und sind nicht selten von Depressionen betroffen. 

Rund um die Betreuung von Angehörigen geht es um das Ziel, einen angemessenen Umgang mit Demenz zu finden, zu üben und dabei gesund zu bleiben.

Bist du schon mit Demenz in Berührung gekommen?


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Schau nach vorne, Kind...! https://www.henningnowak.de/blog/schau-nach-vorne https://www.henningnowak.de/blog/schau-nach-vorne#comments Wed, 11 Nov 2020 12:04:00 +0000 https://www.henningnowak.de/blog/schau-nach-vorne Weiterlesen

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Erinnerst du dich noch an diese (hoffentlich liebevolle) Ermahnung deiner Eltern?

Mach die Augen auf - schau wohin du läufst!

Als ich mir Gedanken darüber machte, wie ich dich dazu ermuntern kann, nach vorne zu sehen (und warum) bin ich sozusagen darüber gestolpert.

Diese Erinnerung, die Stimme aus der Vergangenheit. Als ich Kind war gab es immer Jemanden, der mich daran erinnerte oder die auf mich achtete.

Pfff, überflüssig! Natürlich hatte ich alles im Griff, es ging für mich ja nur nach vorne. Was hinter mir lag, verlor schnell an Bedeutung.

Abgehakt. Erlebt. Erledigt.

Ich brauchte doch Niemanden, der auf mich aufpasst! Pfff...


Bild zeigt ein Kind, das mit seinem Teddy barfuss einen Schotterweg entlang geht.

Image by lisa runnels from Pixabay


Mit den Jahren aber schaute ich doch öfter auch zurück. Vergangenes wurde wichtiger. Es gibt dort vieles, was mir sehr gefällt. Und auch manches, was weit weniger Strahlkraft besitzt. 

Heute weiß ich damit umzugehen und es für mich zu nutzen.

Sicherlich ist bei dir auch nicht alles eitel Sonnenschein, wenn du zurückblickst. Und genauso sicher gibt es viel wahnsinnig Schönes dort zu sehen!

Genieße den Blick zurück, wenn er dir gut tut oder dich dazu ermuntert, weiter zu gehen. Aber lasse dich nicht von der Vergangenheit in ihren Bann ziehen, wenn sie einem Dunkel gleicht und/oder dich hemmt, deine Zukunft aktiv zu gestalten!

Achtung, Stolperfalle!

Kopie von Post solange du zurueckblickst

Wenn du nur zurückblickst, siehst du nicht, was vor dir liegt!

Schwierig wird es nämlich dann, wenn du versuchst, geradeaus zu gehen während du nach hinten schaust. Bist du gerade allein? Dann probiere es aus!

Los, Kopf nach hinten drehen und vorwärts laufen... - aber Achtung: Auf dem Catwalk des Lebens machst du damit keine gute Figur, oder?! Deine Schritte sind unsicher, du traust dich nur langsam vorwärts, musst dich vielleicht sogar festhalten und brauchst Hilfe. Unschön? Sicher. Nicht du? Hoffentlich!

Wer sagt dir heute, dass du nach vorne schauen sollst? Wer erinnert dich daran, deinen Weg im Auge zu behalten, auf Hindernisse zu achten, sie wie ein Kind zu überspringen, darauf zu klettern, einfach um sie herum zu gehen...? Deinen Zielen zu folgen?

Hier und jetzt bin ich es gerade. Aber ab jetzt bist du es bitte selbst! Jeden Tag. Jedes Mal, wenn du dich mal wieder zu lange 'umdrehst'.

Sei dir wichtig - denn du bist es!

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Tradition als Kraftquelle https://www.henningnowak.de/blog/tradition-ist-kraft-fuer-deine-zukunft https://www.henningnowak.de/blog/tradition-ist-kraft-fuer-deine-zukunft#comments Mon, 21 Sep 2020 13:56:00 +0000 tradition selbstbewusstsein Resilienz Vergangenheit https://www.henningnowak.de/blog/tradition-ist-kraft-fuer-deine-zukunft Weiterlesen

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Ich habe schon immer gern geschrieben. Und ich mag Tradition und Erinnern mindestens so sehr wie die Zukunft.

Als ich 2013 meine Praxis eröffnete, mochte ich mich zu diesem ganz besonderen Anlass belohnen. Denn mit deutlich über 40 Jahren bedeutete das für mich nicht weniger als einen einschneidenden und mutigen beruflichen Neuanfang.

Es sollte also etwas Wertvolles, Langlebiges, irgendwie Traditionelles sein, das auch meine Persönlichkeit widerspiegelt.

Ich war ein kleiner Junge, als mein Opa verstarb, und damals ‚erbte‘ ich sein kleines Messerchen mit Perlmuttgriff. Das war und ist für mich etwas sehr Besonderes, denn mit diesem Messer hat er mir immer Äpfel geschnitten und geschält.

Noch heute bedeutet es mir sehr viel - als eine Erinnerung an ganz wundervolle Momente, die mir reines Glück und Geborgenheit versprachen. Und dieses Messerchen liegt jetzt und immer in seiner kleinen Lederscheide direkt hier neben mir auf meinem Schreibtisch.

Heute nutze ich es als Brieföffner. Aber jedes Mal, wenn ich es benutze, denke ich einen kurzen Moment lang an ihn. Das macht mir Mut.

Tradition im Innern

Briefe, das Schreiben üben schon sehr lange eine große Faszination auf mich aus. Ich mag schöne Schriften, das Spiel mit Worten und liebe es, wenn ich Menschen begegne, die sich artikulieren können und ausdrücken möchten. Das ist ein Teil von mir.

Was also macht mich aus und verdient es, weitergegeben zu werden? Schrift! Schreiben – mit Stil. Alles deutete also auf einen Füllfederhalter – und so habe ich mich für ein ganz besonderes Stück entschieden, nämlich einen Kolbenfüllfederhalter einer bekannten Traditionsmarke. Ziemlich teuer, aber wunderschön.

Und nun ist es dieser wundervolle Füller, der mich immer wieder daran erinnert, welche meine Ziele sind, wofür ich das alles mache und wohin die Reise gehen soll.

Soviel Magie in einem simplen Schreibgerät!

Das Wundervolle bei der Sache aber ist, dass ich bereits heute (bzw. damals) vielleicht etwas Neues und eine kleine Besonderheit nicht nur für mich, sondern auch für einen anderen Menschen geschaffen habe. Eine Erinnerung. Etwas, das ich weitergeben kann. Eine Tradition. 

Etwas weiterzugeben ist keine schlichte Vererbung, keine simple Tradition, sondern immer auch ein Vermächtnis. Also muss ich meine eigenen Werte immer wieder hinterfragen, sie pflegen, sorgsam mit ihnen umgehen und sie im besten Sinne und reinen Gewissens vermitteln und weiterreichen können.

Eines Tages wird sich so vielleicht eines meiner Kinder oder meiner zukünftigen Enkel daran erfreuen und Positives mit mir verbinden.

Schoene Traditionen geben nachfolgenden Generationen Kraft fuer die Gestaltung ihrer Zukunft

Schöne Traditionen geben nachfolgenden Generationen Kraft für die Gestaltung ihrer eigenen Zukunft. - Bild: Pixabay

Wie kannst du das für dich erreichen?

Essentielle Grundlage dafür, dir deiner Werte und Vorstellungen bewusst zu werden, ist erstmal ein sorgsamer Umgang mit dir selbst. Höre auf dich, sorge für dich - sei auch mal egoistisch

Tue und denke, was dir gut tut, was sich wohlig und wärmend anfühlt. Ja, das geht auch im Alltag! Fünfe einmal gerade sein zu lassen, ist gar nicht so schwer, wie du jetzt vielleicht noch denkst. Dazu habe ich in Warum du auf Perfektion pfeifen darfst mal etwas notiert.

Lass dich einmal wirklich auf dich ein (natürlich nicht wirklich nur einmal) und auf einen anderen Umgang mit dir selbst.

Unterlasse als erstes jede Kritik an dir!

Dann wirst du lernen zu erkennen, was sich für dich gut anfühlt. Das können neben deinen Handlungen auch deine Gedanken sein. Ja, das geht! Bedenke immer, dass es deine Gedanken sind, die deine Handlungen bestimmen. Wenn dir dieser Zusammenhang erst einmal tief in Fleisch und Blut übergegangen ist und du das Prinzip verinnerlicht hast, wird dir der Rest immer leichter fallen.

Jeder hinterlässt auf diesem wundervollen Planeten einen schönen Fußabdruck - die Meisten von uns nicht für Viele, aber immer doch für mindestens einen anderen Menschen.

Was lässt dich wachsen?

Frage dich also immer mal wieder, was und wer dir wirklich wichtig ist, was und wer dich bewegt, dich bereichert und wachsen lässt. Schreibe es dir vielleicht einfach mal auf. 

Und dann überlege und notiere dir, was du ändern, an dich anpassen möchtest. Auf welche Umstände und welche Personen könntest du verzichten - und was oder wen möchtest du öfter oder intensiver genießen?


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So gesund ist Egoismus! https://www.henningnowak.de/blog/so-gesund-ist-egoismus https://www.henningnowak.de/blog/so-gesund-ist-egoismus#comments Thu, 27 Feb 2020 14:20:00 +0000 Mentale Gesundheit achtsamkeit egoismus narzissmus nein sagen selbstfürsorge sorge für dich stark sein https://www.henningnowak.de/blog/so-gesund-ist-egoismus Weiterlesen

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Egoismus soll gesund sein? Aber ja!

Und das, obwohl uns von Kindesbeinen an eingetrichtert wird, nicht ständig nur an uns selbst zu denken, stets anderen zu helfen, nicht selbstsüchtig zu sein!? 

Nun, das ist ja auch alles irgendwie richtig und gut - aber...

Es geht hier nicht um Egozentrik oder - noch schlimmer - Egomanie oder gar Narzissmus. Ich fordere dich auch nicht dazu auf, ab jetzt auf „dicke Hose“ zu machen und dich grob und rücksichtslos gegenüber deinem Umfeld zu verhalten. Im Gegenteil.

"Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des Nächsten beginnt"


Was also ist gesunder Egoismus?

Der gesunde Egoismus ist eine Denk-, Fühl- und Handlungsweise, die dir ein ganzheitliches Selbstbewusstsein schafft. Er ist gleichzusetzen mit Selbstfürsorge – und die ist dein Geburtsrecht. Das bedeutet, dass diesen Egoismus jeder Mensch für sich beanspruchen soll und darf.

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die selbst fühlen, öfter mal NEIN sagen zu wollen. Oder Familie und Freunde haben dich sogar schon mal darauf aufmerksam gemacht. Vielleicht aber hast du dir das Neinsagen ja auch schon längst selbst auf die Fahne geschrieben oder bist mit diesem Vorsatz ganz mutig und entschlossen ins Neue Jahr gestartet. Das ist super!

Doch wie geht es dann meistens weiter? Kaum kommt die oder der Erste aus deinem privaten oder beruflichen Umfeld mit einer Bitte oder einem Auftrag auf dich zu, wirst du weich. Und knickst ein.

Du sagst JA, während dein ganzer Körper „NEIN" schreit.

„Naja“, sagst du, „ich helfe halt gern. Natürlich merke ich schon irgendwie, dass es mir zunehmend schwerer fällt. Aber wenn man mich doch braucht. Und das ist doch toll, gebraucht zu werden. Da muss man halt auch mal zurückstecken. Ich kann ja nicht immer nur an mich denken!“  

Erkennst du dich wieder?

Du kannst nur stark sein, wenn du stark bist!

Ich möchte dir mal anhand meines Lieblingsbildes, meiner Lieblingsmetapher zeigen, was ich mit diesem für alle gesunden Egoismus meine. Vor einigen Jahren war ich als Softwareberater eines grossen deutschen Konzerns tätig. Diese Aufgabe brachte es mit sich, dass ich häufig mit dem Flugzeug reisen musste und dabei hatte ich natürlich auch immer Gelegenheit, mir die vor jedem Start obligatorischen Sicherheitshinweise anzuhören.

Bist du auch schon mal geflogen und hast mitbekommen, was die Flugbegleiter*innen dabei sagen?

Es beginnt ungefähr so: „Im unwahrscheinlichen Fall eines plötzlichen Druckverlustes in der Kabine fallen automatisch Sauerstoffmasken von der Kabinendecke…“ . Weisst du, wie es weitergeht, was du mit der Sauerstoffmaske machen sollst?

„Ziehen Sie eine der Masken zu sich heran, pressen Sie sie fest auf Mund und Nase und ziehen Sie das Gummiband über den Kopf. Danach helfen Sie Mitreisenden und Kindern.“

DANACH! Irre, oder?!

Die verlangen doch allen Ernstes, dass du dich zuerst um dich selbst kümmern und dann erst Anderen helfen sollst. Unglaublich, oder?! 

Aber im Ernst: genau diese Vorgehensweise überträgst du bitte ab sofort auf deinen Alltag! Denn wie sollst du anderen helfen können, wenn du selbst keine Luft zum Atmen bekommst?

Gesunder Egoismus führt zu mehr Selbstvertauen und Offenheit gegenüber seiner Umwelt

Selbstfürsorge = Egoismus?

Wenn ich sage "Sorge für dich!", klingt das für dich nach einer Aufforderung, egozentrisch und anmaßend zu sein – oder doch eher nach einer gesunden Notwendigkeit? Denn sag mir, wieviel Kraft hast du auf Dauer, um anderen eine Stütze oder Begleitung zu sein, wenn du nicht regelmässig und immer wieder für dich selbst sorgst? Wie lange hältst du es wohl aus, ständig für deine Kollegen einzuspringen, die Kinder zu erziehen, perfekte/r Partner*in zu sein oder Angehörige zu pflegen?

Ohne, dass du dir auch immer wieder Gutes tust, um deine Tanks und Batterien aufzuladen?

Die Antwort ist denkbar einfach: nicht lange. Dieses Vorgehen geht immer nur eine begrenzte Zeit gut und du bildest dir deshalb fatalerweise anfangs ein, dieser Zustand bliebe so. Aber das tut er nicht. Weil ständig Energie von dir abfliesst. 

Irgendwann ist die Luft raus und du funktionierst nur noch.

Wohl also dem, der es rechtzeitig merkt. Aber dann gibt es ja noch diesen Quatschie in dir, der dir ständig ein schlechtes Gewissen macht, wenn du mal eine Pause einlegen musst oder krank wirst. Und dann fällst du irgendwann vielleicht ganz aus. Willst du das wirklich so haben? Ich denke nicht.

Was du tun kannst.

Vielleicht denkst du jetzt einmal an die Gesichter der Menschen, denen du irgendwann mal einen Wunsch abgeschlagen oder zu denen du Nein gesagt hast. Wie haben sie reagiert? Waren Sie erstaunt, sauer oder enttäuscht? Oder haben sie es hingenommen und akzeptiert? Ich wette, dir ist deshalb noch nie der Himmel auf den Kopf gefallen. Und das Wichtigste ist: Wie hast DU dich dabei gefühlt – und warum?  

Fakt ist, dass du nicht die Verantwortung dafür übernehmen kannst und musst, wie andere auf deine Sendung reagieren. Sie empfangen und bewerten aufgrund ihrer ganz eigenen Lebensgeschichte und natürlich nur mit den Mitteln, die aufgrund von Erziehung, Lernen, Erfahrung und Veranlagung zur Verfügung stehen. Sozusagen ist das alles deren ‚Kram‘ und darf auch dort bleiben. 

Leider gibt es dabei trotzdem immer auch Menschen, die es schaffen, dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Mach dir dann bewusst, dass sie wollen, dass du auf eine bestimmte Art empfindest. Sie kreieren ein schlechtes Gewissen - und du lässt es aus irgendwelchen Gründen zu. Aber: Es ist nicht deins! 

Dein Leben ist dein Haus.

Niemand ist mehr verantwortlich für dein Leben als du selbst. Und deshalb darfst du es dir auch genau so einrichten, dass du dich darin wohlfühlst. Es ist wie eine gemütliche Wohnung oder ein heimeliges Haus, dessen Tapeten, Teppiche, Möbel und Vorhänge du selbst gestaltest. Und auch der ganze Nippes ist dein Teil. Du wirst in ein Nest geboren, dass warm und schützend, aber größtenteils leer ist. Mach was draus! Und lass dir nicht immer so viel reinreden. 😉

Aber ich möchte nicht zu sehr abschweifen, sondern dir ganz konkret eine mögliche Sicht auf diese Dinge mit auf den Weg geben…. 

Du bist ein Transporter.

Stell dir vor, du bist als Auto, besser noch als Transporter unterwegs durch dein Leben. Dein Lack glänzt, das Blech ist straff, dein Tank ist voll. Die Welt liegt vor dir. Dabei nehme ich an, dass du ganz weit kommen und lange fahren möchtest. Dein Tank hat aber natürlich nur ein begrenztes Fassungsvermögen und Tankstellen sind selten. 

In dieser Situation hast du zwei Möglichkeiten.

Zum Einen kannst du nun alles geben und rast mit Vollgas durch Zeit und Raum. Und dabei nimmst du alles mit, was dir andere Menschen am Strassenrand anbieten oder auf deine Ladefläche werfen. Manche springen auch einfach selbst mit auf. Das strengt an und du wirst langsamer, dein Motor fängt an zu keuchen und zu kochen… Um jetzt dein Ziel noch zu erreichen, brauchst du viel Glück. Aber du hoffst einfach mal auf deine Haltbarkeit. „Wird schon gutgehen…“.

Das kannst du so machen. Könnte klappen. Vielleicht.

Oder du versuchst, möglichst verbrauchsarm unterwegs zu sein, energieeffizient und stressfrei zu reisen. Nicht jede Möglichkeit zur Vollgasfahrt zu nutzen und deinen Verbrauch stets im Auge zu haben. Dabei schaust du genau hin, wer echte Hilfe benötigt mit seiner Last. Du wirst feststellen, dass die meisten ihre Päckchen sehr gut alleine tragen können. Wahrscheinlich zetern einige rum und rufen dir unflätiges Kauderwelsch hinterher, weil sie so sehr hofften, eine/n Dumme/n gefunden zu haben, die/der sie mitnimmt. Aber das ist dir egal. Du schaust mal links, mal rechts und nimmst dir Zeit für die Sehenswürdigkeiten deines Lebens.

Wer dich auf diesem Weg begleiten möchte, ist gern gesehen – wer dir Wege vorschreiben will, darf aussteigen.

Entspannung und Zufriedenheit.

Und weil du das so klar und offen sagst, sitzen ein paar Menschen dankbar auf deiner Ladefläche und geniessen die Zeit mit dir – bis sie sich soweit erholt haben, um wieder alleine gehen zu können – oder sie ihr Ziel erreicht haben.

Kannst du dir vorstellen, wie sehr du genau diesen Menschen geholfen hast?! Denen, die wirklich deine Hilfe brauchten. Allein dadurch, dass du etwas gelassener unterwegs warst, einigen Wenigen die Mitfahrt verneint hast und somit deinen Verbrauch und Stresspegel senken konntest. Klasse, oder? Und dein Tank hat immer noch Reserven.

Natürlich entscheidest du immer wieder selbst, wie du an die Dinge, die dir in deinem Leben begegnen, herangehst.

Erinnere dich aber immer daran, dass du die Wahl hast!

Wozu hast du zuletzt NEIN gesagt?

Was dir noch hilft, mehr zu dir zu stehen und über dich zu erfahren, erfährst du in diesem Artikel über Tradition und Zukunft.


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Warum du auf Perfektion pfeifen darfst https://www.henningnowak.de/blog/warum-du-auf-perfektion-pfeifen-darfst https://www.henningnowak.de/blog/warum-du-auf-perfektion-pfeifen-darfst#comments Mon, 10 Feb 2020 19:04:00 +0000 Mentale Gesundheit Gelassenheit Humor Mentale Stärke Perfektion Resilienz https://www.henningnowak.de/blog/warum-du-auf-perfektion-pfeifen-darfst Weiterlesen

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Unfreiwillig und einfach so habe ich heute wieder etwas gelernt. Genau das hat mir aber die Augen geöffnet und gezeigt, was ich im Eifer des Alltags dann doch immer wieder mal so leicht vergesse… 

Und wie alles im Leben hat auch diese Geschichte wieder zwei Seiten für mich offenbart.

Was war passiert?

Im Grunde nichts wirklich Großes. Ich habe Wäsche gewaschen. Was ausgerechnet das mit Perfektion zu tun hat, erfährst du jetzt.

Denn ich habe mir beim Waschen leider DEN Klassiker geleistet, der schon Stoff für viele häusliche Dramen war: ich steckte unwissentlich eine ziemlich stark abfärbende, dunkelblaue Hose zur restlichen Wäsche. Ich war einfach in Gedanken und achtete somit nicht darauf, sie entweder separat zu waschen oder zumindest zu der schwarzen Wäsche zu geben.

Das war mir in diesem Moment also überhaupt nicht bewusst. Und so wusch ich drauf los, schmiss danach alles unbesehen und fix in den Trockner und freute mich wie ein Schneekönig über das vollbrachte Werk. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht ansatzweise, dass alles, was vorher weiß oder zartrosa war, nun in leichtem Bleu verfärbt war.

Als ich meinen Töchtern im Anschluss ihre Sachen zum Einsortieren gab, haben sie mich natüüürlich gleich darauf aufmerksam gemacht – liebevoll wie immer:

„Menno, Papa! Das ist ja alles blau…!!“

So weit, so gut. Den weiteren Disput (vor allem den mit meiner Frau) erspare ich dir an dieser Stelle… 😉

Warum ich dir das erzähle

Naja, zum einen möchte ich dich trösten, falls du gerade mal wieder an dir selbst (ver)zweifelst, weil du immer selbst Perfektion und Vollkommenheit in Vollendung von dir erwartest.

Und zum anderen möchte ich dir einen ganz wichtigen Punkt vor Augen führen. Selbst und besonders bei solch alltäglichen Dingen.

Du kannst mir glauben, dass auch ich immer gerne möglichst gute Ergebnisse abliefern möchte und deshalb selbst viel zu oft versuche, Dinge perfekt werden zu lassen.

Da kann es durchaus mal passieren, dass ein Projekt länger liegen bleibt, weil mir eine innere Stimme ständig sagt, dass ich dieses noch bedenken sollte und jenes noch schöner machen könnte.

Vielleicht kennst du ihn ja auch, diesen Quatschie in dir? Ständig nörgelt er an dir rum oder hält dich davon ab, Träume zu verwirklichen oder lange Geplantes endlich anzugehen. Das ist oft dieselbe Stimme, die dir erzählen will, was andere – die Gesellschaft! – scheinbar und mutmaßlich von dir erwarten.

Aber ganz ehrlich, direkt gesagt hat dir doch noch nie jemand wirklich, was du zu tun oder zu lassen hast. Oder? Ich meine die Antwort auf die immer wieder selbstgestellte Frage „Darf ich XY so oder so machen, es überhaupt tun?“.

Darf ich das?


Die Antwort ist eindeutig: JA, du darfst!

Perfektion und Perfektionismus - eine verhängnisvolle Affäre

Du merkst vielleicht gerade schon selbst, dass die Sache mit der Perfektion, bzw. dem Streben danach eine durchaus komplexe Angelegenheit ist.

Augenscheinlich gibt es dabei zwei Betrachtungsweisen bzw. Folgen, mit denen umzugehen du unbedingt lernen solltest:

Zum einen kann sie nämlich dazu führen, dass du niemals wirklich ins Tun kommst, sie dich also ständig daran hindert, Vorhaben anzugehen und umzusetzen. Das kann wirklich in höchstem Maße unbefriedigend und frustrierend sein. Und zugegeben, es ist schwer, dabei über den eigenen Schatten zu springen und trotzdem einfach mal loszulegen.

Dazu gehört regelmässiges Training. Und der Wille zu der Erkenntnis, dass dir der Himmel nicht auf den Kopf fallen wird, wenn das Ergebnis mal eben doch nicht ganz perfekt ist. Diese Erkenntnis wird sich dir aber erst zeigen, wenn du sie hinter dem Ofen hervor lockst: durch dein Tun.

Zum anderen – und darum geht es hier und heute ja in erster Linie – führt die übersteigerte negative Bewertung von ‚Fehlern‘ dazu, dass Selbstzweifel entstehen oder sich weiter festigen und verstärken.

Und durch diese Art der unverhältnismäßigen Selbstbewertung steigerst du zusätzlich dein Streben nach Perfektionismus noch weiter.

Dein Hamsterrad. Ein Teufelskreis.

In meinem obigen Beispiel (und so Alltägliches kann ja nun wirklich häufiger passieren) liegt es also ganz allein bei mir, wie ich mit dieser Situation umgehe und wie ich darauf reagiere.

Zuerst einmal hätte ich die Wäsche liegen lassen können. Irgendwer hätte sich schon irgendwann darum gekümmert. Wahrscheinlich. Hätte ich mich deshalb besser gefühlt? Vielleicht, aber eher unwahrscheinlich.

Ganz sicher ist: ich hätte diesen Fehler nicht gemacht.

Genauso sicher ist: ich hätte nichts gelernt und würde mich nicht weiterentwickeln.

Als Reaktion auf meinen Lapsus kann ich also nun heftig fluchen, mich ärgern, der doofen Waschmaschine oder gar dem ach so ungerechten Schicksal die Schuld geben und mich seeehr lange seeehr schlecht fühlen – oder…

Ich kann mich entscheiden, anders zu denken: Gelassener. Sofort.

Ich kann mich aktiv dafür entscheiden, aus dem Missgeschick zu lernen und es als Helfer anzunehmen, der mir eine neue Erkenntnis bringt und mich so sicherer macht. Selbstsicherer.

Ja, Resilienz ist auch eine Entscheidung!

Ganz ehrlich: Wenn ich Werte und Erwartungen (hier: meiner Familie) einmal außen vor lasse und nur die Situation bzw. das Ergebnis als solches betrachte, sieht das Ganze in meinen Augen ganz entspannt aus.

Im Grunde bin ich sogar stolz auf das Ergebnis. Die Klamotten sind derart gleichmäßig gefärbt, als wären sie so gekauft worden. Keine Flecken, keine Unregelmäßigkeiten – einfach perfekt. Und das muss man ja erstmal so hinbekommen!

Natürlich ist es mir aber nicht egal, wenn und ob ich Schaden anrichte und ich werde mich deswegen auch nicht übertrieben egozentrisch selbst feiern. Aber in diesem speziellen Fall ist ja nicht allzuviel passiert.


Merke: Es ist immer deine Reaktion auf die Ereignisse, die den Unterschied macht!

Hier das Wichtigste nochmal zusammengefasst:

  • Perfektion ist gar nicht immer gefragt!
  • Perfektionismus bremst dich aus.
  • Wenn du mal einen Bock schießt, dreht sich die Welt trotzdem unbeeindruckt weiter.
  • Fehler machen dich (nicht) zu einem (schlechten) Menschen!
  • Wenn du Fehler annimmst und dazu stehst, tun Missgeschicke plötzlich gar nicht mehr so weh.
  • Mit Humor geht alles leichter!
  • Lerne aus deinen Fehlern! So vermeidest du, immer dieselben zu machen.
  • Aus Unperfektion entsteht oft etwas Neues – vielleicht sogar Besseres und Schöneres!


Ich finde: Unperfektion ist eigentlich ganz sexy.

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